WERTE-SUCHE

Die Suche nach den Werten gestaltete sich, wie ein Abenteuer zwischen Himmel und Erde. Die Bandbreite menschlicher Existenzen und die damit verbundenen Wertesysteme schienen zunächst unüberschaubar und grenzenlos komplex zu sein.

Doch als ich begann mich weniger auf die unterschiedlichen Darstellungsformen zu konzentrieren, sondern auf die Gemeinsamkeiten und Ursprünge, desto klarer zeigten sich die Grundausrichtungen. Auf dieser Reise in die Systeme der Menschheit, traf ich nicht nur auf viele junge Menschen, sondern auch auf herausragende Persönlichkeiten vergangener Jahrhunderte. In der praxisnahen Auseinandersetzung mit dessen Wissen und Weisheiten im Bezug zu unserer heutigen Gesellschaft, kristallisierten sich immer wieder Begriffe heraus, die zu einer Grundlage wurden.

Den 10 Grundwerten, die sich daraus entwickelten, unterliegen eine Vielzahl an Unterbegriffen, welche die vielfältigen Möglichkeiten zeigen, die unsere Welt heute so komplex macht.


Ein Begriff ist miri in der Arbeit mit arbeitssuchenden Jugendlichen besonders stark aufgefallen und stieß in den meisten Fällen bei ihnen auf Ablehnung. Die Rede ist von der MACHT.


Daher habe ich das Medium der Malerei und Kunst für meine Suche nach den Werten benutzt, denn dort macht die MACHT was sie macht. Sie bewegt sich kreativ und experimeniert spielerisch mit dem was ist.

Sie sucht nach der eigenen Wahrheit und den eigenen Werten.



Im Rahmen meiner Suche gab es zwei Arbeitstitel:


1. "Ich bin 100% Mehrwert!": Darüber liefen kreative Aktionen mit beruflich integrativen Schwerpunkten, die durch Workshops Werte sichtbar machten und praxisnah umgesetzt wurden.


2. "... die Suche nach den Werten":

Diese durch Fragebögen unterstützten Erhebungen und Forschungen bezogen soziale und kulturelle Einflüsse mit eiin, die sich auch kreativ und künstlerisch äusserten.

Die Sucharbeit fand sich im Anschluß im Kern einer künstlerischen Diplomarbeit von mir wieder.





Statements von Jugendlichen während meiner Arbeit mit Ihnen:


  • "meine Familie ist mir heilig"
  • "heilig hat etwas mit schützenswert zu tun"
  • "Macht korrumpiert, totale Macht korrumpiert total"
  • "wer ist Carpe Diem? Den kenne ich gar nicht, ist der auch Teilnehmer hier?"
  • "Wissen ist Macht."
  • "Reichtum ist unnötig, aber ohne geht es nicht."
  • "Zusammenhalt ist mir sehr wichtig. In der schnellebigen Welt sollte man wenigstens zu hause verbunden sein."
  • "Macht ist mir nicht wichtig, weil ich sie nicht brauche und niemand Macht über mich hat, Und wer Macht hat, macht oft Fehler."
  • "Gedankenkraft ist etwas das mir keiner nehmen kann, ich habe immer die Freiheit zu denken"
  • "Reichtum macht krank."
  • "Reichtum ist unnötig, aber ohne geht es nicht."
  • "ich fühle mich nicht vollkommen, ich bleibe so wie ich bin."
  • "man sagt ja: jeder wäre einzigartig, ich glaube heut zu Tage nicht mehr - sie werden sich immer gleicher."





Die 10 Grundwerte lauten:


MACHT - OHNMACHT

LIEBE - ANGST

HEILKRAFT - KRANKHEIT

WEISHEIT - UNWISSENHEIT

VERGEBUNG - SCHULD

REICHTUM - ARMUT

PERFEKTION - MANGELBEWUSSTSEIN

KONZENTRATION - ORIENTIERUNGSLOSIGKEIT

VERBUNDENHEIT - EINSAMKEIT

INDIVIDUALITÄT - NACHAHMUNG


Diese Werte drücken sich entweder kreativ oder destruktiv aus.

       WERTE-FORSCHUNG

       Jugendliche als Spiegel unserer Gesellschaft

Im Jahr 2006 löste dieser Zeitungsartikel in der Rheinzeitung einen Impuls in mir aus, der mich dazu veranlasste eine eigene Forschungarbeit in Deutschand zu beginnen. Ich wollte nicht wahr haben, dass es tatsächlich einen extremen Werteverfall in Deutschland gab. Auch, wenn dieser Artikel aufgrund der Vorfälle an der Rütli-Schule in Berlin geschrieben wurde, so tat es mir in der Seele weh eine ganze Generation, ja quasi ein ganzes Volk verurteilt zu wissen.

So begann ich Werte in Deutschland zu suchen und zwar dort, wo sie augenscheinlich verfallen schienen: in einer Justizvollzugsanstalt für straffällig gewordene Jugendliche, in einer Förderschule für verhaltensauffällige Kinder, auf der Strasse, sowie in beruflichen Maßnahmen für arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren.


Zahlreiche Fragebögen, Workshops, Einzel-und Gruppengespräche, sowie Vergleiche mit Wirtschaft, Politik, Religionen und Gesellschaften führten zu Ergebnissen, die mich nachhaltig bis heute beeindrucken.


Zusammenfassend hat sich daraus ein Wertebild ergeben, aus dem ich ein Arbeitskonzept entwickelt habe und das heute die Basis meiner Arbeit darstellt.


Es basiert auf 10 Grundwerten, denen nicht nur Jugendliche folgen, sondern die in vielfältigen gesellschaftlichen Gruppierungen wieder zu finden sind.


Der scheinbare Werteverfall ist in Wahrheit nichts anderes als ein Spiegel dessen, dass wir in unserer Gesellschaft nur wenig die systemischen Zusammenhänge unserer eigenen Werte kennen und daher scheinbar Opfer vieler Missstände werden. Unsere junge Generation aber rebelliert gegen dieses Opferbewusstsein und fordert auf aufzuwachen.


DANKE:

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei den vielen jungen und junggebliebenen Menschen, die miich in dieser Arbeit unterstützt haben. All jene, die es mir erlaubt haben mit ihnen intensiv zu arbeiten und meine Erkenntnisse in der Praxis zu erproben, danke iich in besonderem Maße. Eure Wege und positiven Veränderungen haben mir gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Ich bin stolz auf euch und euren Mut!

Weiter so!


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